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Grundregeln für Fernsehautoren

Teil I: Krimis und Abenteuerserien

a) Helden

Helden haben in jeder Situation stets gleich spitzenblendendaffengeil auszusehen... egal, wie oft sie kurz zuvor die Faust auf die Nase bekamen. Heldinnen tragen immer ein perfektes Make-up ... denn sie finden auch dann noch Zeit fürs Schminken, wenn sie stundenlang gefesselt und geknebelt in einer Kohlenkiste hockten.

Helden, die auf Reisen sind, müssen spätestens zwei Minuten, nachdem sie irgendwo angekommen sind, in eine Prügelei, Verfolgungsjagd oder Liebesaffäre verwickelt werden.

Helden sind grundsätzlich intelligenter, mutiger und anständiger als ihre Vorgesetzten (wobei eine Erklärung, wieso sie bei all diesen Supervorzügen nicht längst selber Chefs geworden sind, überflüssig ist).


b) Schurken

Schurken ist es verboten, Helden sofort nach der Gefangennahme zu erschießen. Stattdessen sind sie verpflichtet, den Helden sämtliche Geheimpläne zu enthüllen und ihn dann in eine "Todeskammer" einzusperren, aus der selbst ein Gelähmter mühelos fliehen kann.

Schurken haben eine so genannte "Ganovenehre", die es ihnen zwar erlaubt, Tausende von Menschen abzuschlachten, aber streng untersagt, jemals ihr Wort zu brechen.

Schurken haben stets unrasierte Gesichter, schmieriges Lächeln und einen unruhigen, flackernden Blick, was es den Fernsehzuschauer ermöglicht, sie sofort als Bösewichter zu erkennen... nicht aber der Polizei, die das erst zwei Sekunden vor Schluss der Sendung schaffen darf!


c) Prügeleien

Schurken greifen Helden niemals gemeinsam an, sondern immer der Reihe nach... einer nach dem anderen. Sie haben vor dem Zuschlagen geduldig abzuwarten, bis der Held ihren Kollegen erledigt hat.

Ein Held verliert niemals eine Schlägerei gegen weniger als drei Widersacher... auch wenn diese Holzfäller, Catcher oder Karate-Weltmeister sind.

Prügeleien dürfen nur stattfinden, wenn die Beteiligten dabei gegen Glasschränke, Spiegeltüren oder Treppengeländer fallen können. Dabei zersplittert aber niemals das Rückrat, auch wenn es aus Eichenholz und Gusseisen besteht.

Keiner der Beteiligten, egal ob Schurke oder Held darf K.O. gehen, bevor er nicht mindestens zwanzig Volltreffer mit Fäusten, Tischbein oder Whisky-Flaschen über seine Birne gedonnert erhielt.


d) Fummeln & Sex

Ein Held macht nur anständige Frauen an. Er findet diese auch in Massenszenen mit 500 Bikini-Traumgirls auf den ersten Blick heraus.

Selber wird ein Held nur von unanständigen Frauen angemacht... und zwar von Agentinnen, Bandenchefinnen oder Hausfrauen, die ihren Mann umlegen wollen.

Um eine Braut ins Bett zu kriegen, benötigt der Held weder Tricks, Geduld oder ein dickes Bankkonto wie im wirklichen Leben, sondern nur die körperliche Kraft, die Tante hochzuheben und ein paar Meter weit über das Hausdach, den Schiffssteg oder einen Abgrund zu tragen.

Egal, wie leidenschaftlich oder qualvoll die große Liebe zwischen den beiden war... in der nächsten Folge ist die Sache total vergessen, und der Held macht hemmungslos mit einer neuen Braut rum!


e) Verfolgung

Alle Beteiligten können mit ihren Autos im dichtesten Verkehr und zu den übelsten Stoßzeiten durch die Hauptstraßen von New York, Paris oder München fegen, ohne jemals in einen Stau zu geraten.

Ein Held kann gleichzeitig aus dem Seitenfenster schießen, Kugeln ausweichen, die ihm von vorne entgegenzischen, und dabei mindestens Tempo 180 fahren, ohne die geringste Beule abzubekommen.

Für Schurken ist am Ende einer Verfolgungsjagd auch im Flachland stets eine tiefe, steinige Schlucht vorhanden, in die ihre Karre nach mehrmaligen Überschlagen stürzen kann, um dann nach dem Aufprall mit der Wucht einer mittleren Atombombe zu explodieren.


f) Tod

Durch jeden Schuss eines Helden werden mindestens vier bis acht Schurken getötet, auch wenn diese wo ganz anders im Raum stehen. Der Revolver jedes Helden enthält bis zu 1000 Schuss Munition.

Wird der Held von Schurken beschossen, so erleidet er immer nur einen Streifschuss, auch wenn ein Torpedo aus nur 10 Zentimeter Entfernung auf ihn abgefeuert wurde.

Ein Schurke, der über eine Treppe fällt, kommt unten immer tot an. Er hat dabei jedoch über sämtliche Stufen zu stürzen, nicht nur über einen Teil.

Ein Schwerverwundeter oder todkranker Held, von dem der Doktor sagt: "Hier hilft nur noch ein Wunder!", kommt immer durch und hat am Schluss der Sendung wieder völlig gesund zu sein.


Teil II: Serien und Komödien

a) Grundregeln

In Komödien geht man bei einem Schlag auf den Kopf niemals K.O., sondern verliert das Gedächtnis. Ein weiterer Schlag auf den Kopf bringt das Gedächtnis zurück.

Liegen sich Frau und Mann aus einem völlig harmlosen Grund in den Armen, so hat genau in diesem Moment der eifersüchtige Ehemann aufzutauchen, der alles missversteht und für Zoff sorgt.

Kein Hauptdarsteller einer Komödie darf an Farbeimern, offenen Kanalschächten oder Hundehäufchen vorbeigehen, ohne in diese Hineinzutreten.

Auf Hochzeiten hat der Bräutigam stets den Ring vergessen.

Im Hindergrund muss das Lachen von mindestens 50 Leuten sein, obwohl sich im Raum nur 1 Person befindet. Das Lachen sollte immer gleich klingen.


b) Wohnungen

Kein Serienheld darf in einer Bude leben, die nicht mindestens dreimal so groß ist wie die, die sich ein normaler Mensch unter gleichen Umständen leisten könnte.

Der Fernseher hat stets in der Mitte des Raumes, mit der Rückwand zum Fernsehzuschauer zu stehen. Hinter dem Fernseher sollte ein Sofa sein, wo eine ganze Elefantenherde platz hätte.

Das Sofa darf natürlich den Preis von sechs Monatsgehältern nicht unterschreiten.

Sämtliche Freunde und Feinde wohnen gleich nebenan, so dass sie laufend reinplatzen können, um was Lustiges zu erzählen, was Böses anzustellen oder was Peinliches mitzuhören.


c) Familie

Helden einer Serie heiraten nur Frauen mit 4 Kindern und einer im Haus wohnenden Schwiegermutter, was allein schon spielend Stoff für mindestens 100 Folgen hergibt!

In Komödien ist jede Familie verpflichtet, mindestens einen Angehörigen zu haben, der schwerhörig, kurzsichtig, schwul oder sonst wie behindert ist und dadurch laufend für komische Situationen sorgt!

Einer geschiedenen Frau gelingt es unabhängig von Alter, Aussehen oder Kinderzahl immer, innerhalb von 30 Minuten einen erfolgreichen, sympathischen und Gutaussehenden Partner zu finden.


d) Kinder

Fernsehkinder dürfen niemals mit Spielzeug werfen, wie am Spieß brüllen, die kleineren Geschwister verdreschen, ihre Eltern hassen oder die Haustiere quälen. Sie müssen zu jeder Zeit das genaue Gegenteil normaler Kinder sein.

Von ihren Eltern werden Fernsehkinder stets als vollwertiges Familienmitglied angesehen und auch von den kompliziertesten Entscheidungen immer um ihre Meinung gefragt.

Fernseheltern lassen sich von ihren Kindern tagtäglich nach Herzenslust beschimpfen, beleidigen und belehren, ohne dass sie den vorlauten Bälgern jemals eine scheuern.


e) Krankheit und Tod

Erkrankt ein Held, so wird er mit Blaulicht auf die Intensivstation des besten Krankenhauses gebracht, wo er sofort vom berühmtesten Professor betreut wird - auch wenn er sich nur das rechte Ohrläppchen gezerrt hat.

Stellt ein Seriendarsteller an den Produzenten zu hohe Gagenforderungen, so stirbt die von ihm gespielte Figur innerhalb von 30 Minuten an einer tödlichen Krankheit.

Stirbt eine Serienfigur an einem Unfall, so ist sie deshalb noch lange nicht tot. Sie kann jederzeit innerhalb der nächsten Woche mit einen neuen Gesicht wieder auftauchen.

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Betonung (Gast):      29.03.2017, 18:25
Das mit schwul habt ihr im Kopf falsch betont. Die Betonung liegt auf behindert, nicht auf "sonstwie". :) das sonstwie bezieht sich nicht auf das vorrangegangene. Haette auch nur behindert stehen können ohne das sonstwie. Immer schön locker bleiben, ihr Popopiraten
Anonym (Gast):      30.06.2015, 15:55
schwul oder sonstwie behindert?
Spinnt ihr, was soll das denn?
Das ist eine extremst rassistische Bemerkung, schwule sind auch Menschen und leiden an keiner Behinderung. Das ist unglaublich!
pi (Gast):      19.10.2013, 14:02
"(...) schwul oder sonst wie behindert (...)"

WTF?! Das könnte manch einer in den falschen Hals bekommen. O.o
Moc (Gast):      11.07.2013, 19:28
Komödien: c)
... schwul oder sonst wie behindert.....
Ich lach mich schlapp!!! X-D
Kratos (Gast):      07.02.2013, 09:24
Wahnsinn. Echt ein genialer Text :-)
Und das meiste ist echt so...
Azrael (Gast):      15.08.2012, 23:43
@ also...
hast vollkommen recht, das thema fängt ab dem 1000. mal an zu nerven, also, wie wärs mit nem themenwechsel?
also... (Gast):      04.07.2012, 12:07
... ich würd tierisch gern jetzt auch ne Diskussion über Diskiminierung anfangen und andere beschimpfen und wiederholen, was x-mal vor mir gesagt wurde, weil ich nie lese, was andere schreiben, weil ich so cool bin, dass alles was ICH schreibe mehr zählt. Ich gehe davon aus, dass alle lesen und toll finden, was ich schreib.
Würd ich alles gern machen, aber...
.. ich lach noch wegen dem Text :D
HeHe® (Gast):      09.06.2012, 23:27
hehe du schwuchtel! bist zu dumm um dir nen eigene Namen auszudenken oder was?! HeHe, egal welche Schreibweise, war ist und Bleibt MEIN Name, Capiché?

LG und mfG, Hehe®
homo (Gast):      24.03.2011, 21:29
würg wie kann man nur weiber bummsen ihr seit doch alle krank
GastX (Gast):      14.02.2011, 13:35
Der obige Text is doch auch nur aus der MAD kopiert, 1:1 ...
Amelie (Gast):      15.12.2010, 14:59
@...: Leute wie du, die zu jeder Tageszeit nen Besen im Arsch oder sonstwas haben, was ihre Fähigkeit zu Humor unterdrückt nerven einfach nur -.- Man kann absolut jeden Witz als diskriminierend empfinden, aber dann hätte man absolut nichts mehr zu lachen. Im Übrigen kenne ich genügen Behinderte/Schwule die sich permanent selbst verarschen
... (Gast):      09.12.2010, 19:22
Alle die meinen Schwul sein ist eine behinderung haben kein Hirn! Außerdem macht sich jeder über behinderte leute lustig und das ist es nicht! Stellt euch mal vor ihr hättet einen Unfall und hättet nurnoch ein Bein, dann fändet ihrs ja auch nicht lustig, oder?

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